Waschmaschine in der Küche oder im Bad: Was wirklich zählt
Die Entscheidung, wo die Waschmaschine steht, fällt selten aus reiner Vorliebe. Meist geben die baulichen Gegebenheiten den Ausschlag. Ein Wasseranschluss mit Kalt- und Warmwasser, ein Abfluss mit Geruchsverschluss und eine Steckdose mit eigener Absicherung sind die harten Kriterien. In vielen Wohnungen ist beides vorhanden – im Bad wie in der Küche. Wer neu plant, sollte prüfen, ob der vorhandene Anschluss für eine Waschmaschine mit 230 Volt und bis zu 10 Ampere ausgelegt ist. Ein Blick in den Sicherungskasten klärt, ob der Stromkreis getrennt abgesichert ist oder mit anderen Verbrauchern geteilt wird. Ein gemeinsamer Kreis mit Küchengeräten führt schnell zu Überlastung, wenn Wasserkocher und Waschmaschine gleichzeitig laufen.
Im Bad spricht vieles für den Standort: kurze Wege zum Frischwasser, direkter Abfluss und die Nähe zum Wäschekorb. Allerdings ist das Bad oft klein, und die Maschine konkurriert mit Dusche, Waschbecken und Schränken. Wer die Waschmaschine im Bad richtig einplanen möchte, muss Nische, Schallschutz und Feuchtigkeit zusammen denken. Eine Nische von mindestens 60 Zentimetern Breite und 65 Zentimetern Tiefe ist nötig, dazu ein Spalt für die Schläuche. Feuchtigkeit setzt Elektronik und Trommel zu, deshalb ist eine Tür oder ein Fenster zum Lüften Pflicht. Wer die Maschine in eine Nische stellt, sollte antirutschmatten unterlegen und die Füße exakt ausrichten, sonst wandert sie beim Schleudern.
In der Küche ist der Anschluss oft einfacher, weil Spüle und Geschirrspüler bereits Wasser und Abfluss bereitstellen. Ein T-Stück am Kaltwasserzulauf und ein zusätzlicher Siphon schaffen die Verbindung. Der Stromkreis muss jedoch getrennt sein, sonst fliegt beim Schleudern die Sicherung, sobald der Backofen läuft. Der größte Nachteil ist der Lärm. Eine Küche liegt meist nahe am Wohnbereich, und ein Schleudergang mit 1200 Umdrehungen pro Minute ist deutlich zu hören. Im Bad stört der Lärm weniger, weil Türen und Fliesen den Schall eher dämpfen. Wer empfindlich ist, sollte auf ein Modell mit niedriger Schleuderdrehzahl oder einen entkoppelten Unterbau achten.
Am Ende entscheidet der Alltag. Wer häufig wäscht und die Wäsche direkt aufhängen will, ist im Bad besser aufgehoben. Wer selten wäscht und den Platz in der Küche ohnehin für Vorräte nutzt, kann dort bleiben. Wichtig ist, den Boden zu prüfen: Ein alter Dielenboden trägt eine Waschmaschine mit Wasserfüllung nicht immer. Ein Betonboden oder Estrich ist die sichere Wahl. Wer sich unsicher ist, sollte einen Installateur hinzuziehen. Die Kosten für einen zusätzlichen Anschluss liegen oft niedriger als der Ärger mit einem ungeeigneten Standort.